TCR-Klassensieg beim 45. ADAC Zurich 24H-Rennen auf dem Nürburgring
Benjamin Leuchter bezwingt mit seinem VW Golf GTI TCR die „Grüne Hölle“
29. Mai 2017 Zurück zur Artikelübersicht »

Eindrucksvoller Klassensieg beim 45. ADAC Zurich 24H-Rennen auf dem Nürburgring für die Volkwagenpiloten Benjamin Leuchter, Andreas Gülden, Dennis Wüsthoff und Constantin Kletzer. Gesamtrang 29 vergoldet dem Volkswagen Kundenteam Mathilda Racing aus Köln den Klassensieg.

Da ist das Ding – TCR-Klassensieg am vergangenen Wochenende bei der 45. Auflage des ADAC Zurich 24H-Rennen auf dem Nürburgring für den Duisburger Volkswagen Piloten Benjamin Leuchter, der vor über 200.000 Zuschauern und bei (größtenteils) Kaiserwetter in dominanter Manier seinen 350 PS starken Volkswagen Golf GTI TCR auf der 25,378 Kilometer langen Kombination aus Nürburgring-Grand-Prix-Strecke und der Nordschleife zwei Mal rund um die Uhr durch die „GRÜNE HÖLLE“ donnerte.

Nachdem der sympathische Vollblutrennfahrer aus dem Volkswagen Kundenteam Mathilda Racing im vergangenen Jahr den Klassensieg nur knapp aufgrund eines technischen Problems verpasste, konnte er gemeinsam mit Andreas Gülden, Dennis Wüsthoff und Constantin Kletzer den zweiten Anlauf endlich für sich entscheiden.

Poleposition und Startzielsieg

Wie schon in der Vorbereitung zum Langstreckenklassiker, aus der Leuchter und Co. zweimal als Sieger hervorgingen, lief für das Kölner Mathilda Racing Team erneut alles wie geplant und man konnte sich mit dem schwarz-goldenen Golf-GTI TCR im Qualifying bereits am Freitag mit einer sensationellen Rundenzeit von 9:07.309 Minuten (10 Sekunden Vorsprung vor dem zweiten Klassenkontrahenten) die begehrte Poleposition in der neu ausgeschriebenen TCR-Klasse sichern.

Von Gesamtposition 59 übernahm am Samstagnachmittag Leuchters Teamkollege Andy Gülden den Start für das härteste Rennen der Welt und konnte schon im ersten Stint wertvolle Positionen gutmachen.

Im weiteren Verlauf des Rennens wechselten sich Leuchter, Gülden, Wüsthoff und Kletzer planmäßig ab und konnten schon sehr früh an die Top-30 Anschluss finden. Die 2017er Variante des Golf GTI-TCR lief wie ein Schweizer Uhrwerk und war auch durch Berührungen mit anderen Fahrzeugen, bei dem die Mannschaft von Mathilda Racing unter anderem binnen von 5 Minuten ein Radlager der Hinterachse wechselte, nicht zu stoppen.

Gegen Ende des Rennens präsentierte sich das Wetter dann doch noch einmal typisch für die Eifel und öffnete seine Regenschleusen, was dem erfahrenen Nordschleifen Experten Benjamin Leuchter, der den Schlussstint übernahm, enorm in die Karten spielte. In der allerletzten Runde gab Leuchter noch einmal richtig Gas, schaffte den Sprung in die Top-30 und ließ dabei auch noch alle GT4 Fahrzeuge hinter sich.

Mit einer sensationellen Leistung von Fahrern, Team und Fahrzeug konnte man sich letzten Endes dann nach 24 Stunden endlich über den hochverdienten Star-Ziel Sieg freuen, der durch den 29. Gesamtrang noch vergoldet wurde.  

„Ich bin total Happy. Ich kann so kurz nach dem Rennen noch nicht alles in Worte fassen. Das Fahrzeug lief einfach fantastisch. Ich kann dem gesamten Team nur ein riesen Kompliment aussprechen. Andy, Dennis und Constantin sind alle super gefahren und die Jungs vom Mathilda Racing Team haben einen sensationellen Job gemacht.“ freut sich Leuchter und blickt vorsichtig in die Zukunft:  „Nach diesem grandiosen Erfolg, wofür alle im Team echt sehr hart und konzentriert gearbeitet haben, wollen wir nun erst einmal die VLN-Langstreckenmeisterschaft ebenso erfolgreich fortführen. Was 2018 kommt, werden wir sehen. Eine Titelverteidigung ist das mindeste was ich mir wünsche, doch auch einem GT3 Projekt für den Volkswagenkonzern wäre ich nicht abgeneigt.“

Prominente Unterstützung

Nicht nur die ganzen GTI-Fans, die sich parallel zum 24H-Rennen beim GTI-Treffen am Wörthersee versammelten, drückten tatkräftig die Daumen, sondern auch Fußballprofi Max Kruse vom SV Werder Bremen, der sich als echter Motorsport-Fan bekennt.

Während die meisten Bundesligaprofis bereits ihren Urlaub angetreten haben, nutzte Max Kruse dagegen die spielfreie Zeit für einen Besuch beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, um seinem Kumpel Benjamin Leuchter vor Ort die Daumen zu drücken.

„Das ist schon gigantisch. Ich war überrascht“ zeigte sich Kruse beeindruckt, der das das 24-Stunden-Rennen zum ersten Mal besuchte.

Über die Zeit nach dem Fußball und einer eventuell anschließenden Karriere im Rennsport macht sich der 29-Jährige Momentan noch keine Gedanken, gibt aber zu „Ich fahre schon gerne schnelle Autos, aber beim 24-Stunden-Rennen gehört mehr dazu. Während meiner aktiven Karriere kann ich den Fokus ohnehin nicht darauf legen.“ Einen Trainingstag absolvierte Kruse mit seinem Freund Leuchter allerdings schon einmal, wie er in einem Interview verriet. „Ich hatte ein neues Auto. Das wollte ich unter Kontrolle haben. Benny hat mir dann gezeigt, wie man fährt.“

24H Live aus dem Golf GTI TCR

Dank einer 24H-live Onboard Schaltung aus dem Fahrzeug des Kölner TV-Senders RTL Nitro, konnten die GTI-Fans dem 29-jährigen Volkswagenpiloten über die gesamte Renndauer über die Schultern schauen. RTL Nitro schaltete sich auch während des Rennens in den Funkverkehr rein, um mit dem Fahrer über den aktuellen Stand zu sprechen.

Mit dem Saisonhöhepunkt und dem Klassensieg in der TCR in der Tasche konzentriert sich Leuchter nun wieder auf die VLN, die am 23. Juni mit dem dritten Saisonlauf fortgesetzt wird.

Weitere Informationen findet man unter: www.24h-rennen.de

Text: A.Dannenberg / Motorsport-Karriere.de
Fotos: Gruppe-C

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